Grundsätzliches zu den Bauern- und Wetterregeln
Die besonders in frühen Jahrhunderten und Jahrzehnten - die Landwirtschaft spielte damals eine wesentlich größere Rolle als heute - existentielle Abhängigkeit breiter Bevölkerungsschichten vom Wetter brachte die Menschen schon sehr früh dazu, sich intensiv mit Witterungsabläufen zu befassen und auf Grund von Beobachtungen feste Regeln aufzustellen, die vorallem über das künftige Wetter etwas aussagen sollten.
Die meisten Wetter- und Bauernregeln sind in mehr oder weniger unbeholfene Reime gefasst, sie ließen sich so besser im Gedächtnis behalten. Zuweilen scheint es, als sei der Reim so wichtig wie der Inhelt selbst, ja nicht selten wird der Inhalt vom Reim bestimmt.
Mond und Sterne, Morgen- und Abendrot, Tau und Reif, Regen und Regenbögen, Gewitter, Nebel, Wind, Rauch, Schnee, Jahreszeiten

   
Agemeine Bauern- und Wetterregeln:
 
Anzeichen für gutes Wetter:
Anzeichen für schlechtes Wetter:
Dunst in der Luft beim Blick in die Ferne Feuchte Zementrohre, Kellermauern, etc.
Fallender Nebel am Morgen Steigender Morgennebel: Nebelstreifen, Nebelfetzen um Berge und Wälder
Senkrecht aufsteigender Rauch Nach unten drückender Rauch
Reichlich Tau am Morgen Kein Tau am Morgen
Nördliche und östliche Winde Südliche und Westliche Winde
Abends heller, wolkenfreier Horizont im Westen Weithin hörbare Geräusche und Laute (Verkehrslärm, Kirchengeläute, Hundegebell)
grauer Morgenhimmel Salz, Wurst und Speck fangen an zu "schwitzen"
Mond und Sterne:
Bei rotem Mond und hellem Sterne sind Gewitter uns nicht ferne.
Neumond mit Wind ist zu Regen gesinnt.
Ist die Milchstraß' klar zu seh'n, bleibt auch das Wetter schön.
Ist der Himmel voller Sterne, ist die Nacht voll Kälte gerne.
Morgen- und Abendrot:
Bei hellem Abend und trübem Morgen ist der Wand'rer gut geborgen.
Der Abend rot, der Morgen grau, bringt das schönste Tagesblau.
Der schönste Tag beginnt mit stiller Morgenröte
Tau und Reif:
Auf gut' Wetter vertrau, beginnt der Tag mit Morgentau.
Wenn am morgen kein Tau gelegen, erwarte bis Abend sicheren Regen.
Reif und Tau machen den Himmel blau.
Regen und Regenbögen:
Frühregen entweicht, eh' die Uhr auf zwölfe zeigt.
Morgenregen und Altweibertanz dauern nicht lange.
Regnet's am Sonntag vor der Meß', regnet's den ganzen Tag gewiß.
Scheint abends die Sonne in den nassen Wald, regnet's am Morgen wieder bald.
Gewitter:
Donnert's überm kahlen Wald, wird es nochmal bitterkalt.
Donnert es im kahlen Holz, schneit es auf die Blätter
Donnert's in junge Lab hinein, wird das Brot bald billig sein.
Gewitter ohne Regen ist ohne Segen.
Nebel:
Nebliger Morgen, goldener Abend.
Ruhen die Nebel im Wald, kommt der Winter bald.
Siehst Nebel auf den Seen und auen, kannst Du getrost auf gut' Wetter bauen.
Wind:
Wind in der Nacht am Tage Wasser macht.
Mit Ostwind schönes Wetter beginnt.
Der Nordwind ist ein rauher Vetter, aber er bringt beständig Wetter.
Südwind kalt, wird kaum drei Tage alt
Rauch:
Mag Rauch nicht aus dem Schornstein wallen, dann will Regen aus den Wolken fallen.
Entsteigt der Rauch dem Schornstein nicht, wir machen bald ein Regengesicht.
Schnee:
Die Erde muss ihr Bettuch haben, soll sie der Winterschlummer laben.
Soviel Schnee im Winter, soviel Heuhaufen im Sommer.
Fällt der erste Schnee auf nasses Land, wird nächstes Jahr die Ernt' zuschand'.
Schnee auf Ästen verlangt nach weiteren Gästen
Winter- Frühjahr- Sommer- Herbst:
Ein fauler Winter - ein fauler Sommer.
Ein strenger Winter - ein guter Sommer.
Ist der Winter warm, wird der Bauer arm.
Wenn's nicht wintert, sommert's auch nicht.
Werden die Tage länger, wird der Winter strenger
Ein langer Sommer, ein kurzer Herbst
Auf langen Herbst folgt meist ein langer Winter
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Sprüche aus der Landwirtschaft:
 
Zu früh ist selten gut, zu spät säen ist gar nicht gut
Zuviel Land unterm Pflug, zuviel Kühe im Stall, bringen den besten Bauern zu Fall.
Wer nicht jätet früh, jätet später mit doppelter Müh.
Es ist keine Kunst, Bauer zu werden, aber eine, es zu bleiben.
Bein Sonnenschein schlafen, beim Mondschein wachen, wird niemand zum reichen Manne machen.
Wer im Frühling Schläft, der weint im Winter.
Kommt die Sonne nicht durchs Fenster, kommt der Tierarzt durch die Tür.
Ehre kannst Du niergends borgen, dafür musst Du selber sorgen.
Ein kleines Loch stopf zu, denn größer wird's im Nu.
Früh bestellt und früh gefreit, hat noch niemanden gereut.
Gut gefrühstückt spürt man den ganzen Tag, gut geschlachtet das ganze Jahr, gut geheiratet das ganze Leben
Beneide niemals den Ersten, denn er hat's immer am schwersten!
Pflanz einen Baum, du kannst nicht ahnen, wer einst in seinem Schatten tanzt. Bedenk mein Sohn, es haben deine Ahnen, eh sie dich kannten, auch für dich gepflanzt.
Je leerer die Ähre, desto höher die Nase.
Wächst der Roggen in den Stiegen, wirst du viel Kartoffeln kriegen.
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.... noch Witzigeres:
 
Schmerzt zu Jakobi dich das Bein, kann's das Rechte oder Linke sein
Wenn die Henne zu Weihnacht zwei Eier gebiert, dann hat sie sich offensichtlich geirrt.
Ist's Ende Dezember warm oder kalt, dann ist das Jahr zwölf Monate alt.
Gefriert's an Silvester zu Berg und Tal, geschieht's dies Jahr zum letztenmal.

Wälzt das Schwein sich in den Lachen, so brauchst es ihm nicht nachzumachen.

Bei rotem Mond und hellem Sterne schau ich zu dem Himmel gerne.
Wenn die Katz hintem Ofen tut hocken, wird das Wetter naß oder trocken.
Geraten sehr wohl die Hopfen und Reben, wird's in der folge viel Räusche geben.
Dreht mehrmals sich der Wetterhahn, so zeigt er Wind und Stürme an.
Sind die Kartoffeln gut graten, kannst du sie kochen oder braten.
Kalte Füße im August, Schaden bringt's für Hals und Brust.
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